Natur schützen. Leben erhalten.

Förderung der Forellenforschung

bachforelle_obere_isenachZwei typische Vertreter der wahrscheinlich bodenständigen Bachforellen aus einem quellnahen Bereich der Isenach.

Seit mehreren Jahren führt das Institut für Umweltwissenschaften der Universität Koblenz-Landau bereits Forschungsarbeiten im Bereich Artenschutz von Fischen und Flusskrebsen auf dem Gelände des Landesfischereiverbandes Pfalz e.V. durch. Das Gelände wurde ehemals als Fischzuchtanlage genutzt.

Konkretes Projekt: Auswirkungen einer Besatzmaßnahme auf einen bodenständigen Wildbestand der Bachforelle im Pfälzerwald

Im Zuge von Studien zur genetischen Charakterisierung der Bachforellen (Salmo trutta) der Pfälzerwaldes wurde im Herbst 2010 u.a. auch der Oberlauf der Isenach untersucht. Der Oberlauf der Isenach ist durch den 1736/37 aufgestauten Isenachweiher und seinen Staudamm vom übrigen Gewässersystem der Isenach abgeschnitten. Fische können dieses Bauwerk nicht überwinden.

Bei den Untersuchungen des Jahres 2010 wurde im Oberlauf der Isenach, neben guten Beständen von Groppe (Cottus gobio) und Bachneunauge (Lampetra planeri), eine vitale Bachforellenpopulation vorgefunden. Bisher konnten keine Besatzmaßnahmen mit Bachforellen in der Isenach dokumentiert werden, so dass zunächst davon ausgegangen werden kann, dass diese Population bodenständig ist.

Während der Untersuchungen vor Ort wurde man jedoch darauf aufmerksam, dass im Frühjahr 2010 im Isenachweiher ein Besatz mit einsömmrigen Bachforellen gebietsfremder Herkunft erfolgt war.

Dem vorangegangen war eine Abfischung des Weihers zur Entfernung der dort in früheren Zeiten ausgesetzten, nicht standortgerechten ’Teich’-Fischarten. Auch wurde eine Durchgängigkeit zwischen Weiher und Oberlauf der Isenach hergestellt. Diese Maßnahmen zielten darauf ab, dem Isenachweiher einen standortgerechten Fischbestand zurückzugeben. Die Durchgängigkeit ermöglicht den Forellen aus dem Weiher Zugänge zu Laichhabitaten im einfliessenden Bach.

Im Herbst des Jahre 2011 wurden daher weitere Untersuchungen am Oberlauf der Isenach durchgeführt, es wurden Tiere festgestellt, die der äußeren Erscheinung nach aus der Besatzmaßnahme des Jahres 2010 stammen, einer repräsentativen Anzahl von Tieren wurden Gewebeproben entnommen, sie wurden vermessen und anschliessend individuell markiert, so dass sie bei einem Wiederfang zu erkennen wären. Ergebnisse der genetischen Untersuchungen liegen im Frühjahr 2014 vor. Diese werden zeigen, wie groß die genetischen Unterschiede zwischen den Bachforellen der unterschiedlichen Herkünfte sind.

Die dargestellte Situation der Bachforellen in der oberen Isenach und die bisher durchgeführten Untersuchungen eröffnen einmalige Möglichkeiten für Untersuchungen zu höchst relevanten Fragen aus dem Themenkomplex Management und Schutz regionaler Wildfischbestände. Im Wesentlichen können hier der Erfolg einer Besatzmaßnahme und deren direkte Auswirkungen auf einen bodenständigen, gesunden Fischbestand in einer natürlichen Umgebung unmittelbar beobachtet werden.

5. Mai 2015